08 Feb

Aus Wünschen gute Ziele machen

Selbstorganisation braucht gute Ziele, auf die sich alle Mitglieder des Teams selbstständig ausrichten können.

Das Team, aus gut ausgebildeten Experten braucht keine Arbeitsanweisung. Wenn jemand besser weiß, WIE die Dinge zu erledigen sind, gehört dieser jemand ins Team, statt von außen Anweisungen zu geben. Diese Freiheiten bei der Organisation im Team braucht eine Richtung auf die alle gemeinsam hinarbeiten können. Die Art und Weise, wie die einzelnen Teammitglieder hier zusammenarbeiten ist frei. Das Ziel ist nicht frei. Das Ziel muss klar, deutlich und verständlich an alle kommuniziert werden. Die Messung der Erreichung findet in festen Zeiteinheiten ständig neu statt. Die Abweichungen werden vom Team neu bewertet und Anpassungen vorgenommen. Dann beginnt ein neuer Zyklus.

Schneller werden ist da schlecht geeignet, um alle Teammitglieder gemeinsam auszurichten. Aus dem Wunsch kann auch schlecht eine Arbeitsweise, Werkzeuge oder ähnliches abgeleitet werden. Wann hat das Team denn den Zustand „Schnell“ erreicht? Mögliche Interpretation von Schnell sind vielfältig.

Eine gängige Möglichkeit ist es, die Wünsche als Objectives möglichst genau aber dennoch kurz zu beschreiben. In einem weiteren Schritt diese dann aber in kleinere, messbare und überprüfbare Ergebnisse (nicht Arbeit) zu zerlegen.

Aus dem Wunsch:

„Wir müssen schneller werden“

könnte folgendes Objective werden:

„Wir wollen schneller auf die Bedürfnisse unserer wichtigsten Kunden reagieren“.

Das allein wäre jetzt auch noch nicht messbar, aber gibt dem Ziel schon mehr Richtung. Key-Results machen das Objective, das die Richtung gibt, anschließend über Ergebnisse messbar. Das könnte dann z.B. folgende Kern-Ergebnisse sein:

Key Result 1a: Ein Kunden aus den 3 Kernmärkten D,US,C der eine Anforderung gestellt hat, erhält binnen 4 Arbeitstagen eine Antwort mit dem voraussichtlichen Liefertermin oder eine begründete Absage.

ODER

Key Result 1b: Die Lead-Time unsere Anforderungen beträgt maximal x Arbeitstage.

Key Result 2: Die Zeit von der Zusicherung eine Lieferung bis zur Bereitstellung des ersten Teils beträgt maximal x Arbeitstage in 90% aller Fälle.

Key Result 3: Binnen x Arbeitstagen haben wir die Anteile mit dem größten Nutzen für den Kunden nutzbar bereitgestellt und der Kunde sieht die Anforderung damit als geliefert an.

Der Wunsch

„Wir müssen kostengünstiger werden“

ist vage bis gefährlich.

Wenn „kostengünstiger“ das Ziel ist, könnte das Team Mitglieder abbauen – ist das gemeint? Gehälter stehen zumeist nicht zu Diskussion. Management Stellen in der Organisation abbauen finden diejenigen nicht gut, die das Ziel ausgegeben haben. Ein Dilemma. Die Beteiligten haben bestimmt unterschiedliche Vorstellen was zu Kosten zählt. Müssen die Kosten absolut sinken, oder ist evtl. das Verhältnis zu den Erträgen oder die Kostenverteilung in der Zeit gemeint?  Unterstellt das Team bei der Zielerreichung eine konstante Produktqualität?

Eine mögliche Formulierung könnte so lauten:

Der Finanzierungsbedarf der Entwicklungskosten soll im ersten Jahr auf 80% der verhandelten Kreditlinie begrenzt werden.

Key Result 1:  Mit der Auslieferung der 3. Iteration schließt der erste zahlende Kunde einen Vertrag zur Nutzung über mind. 6 Monate ab.

Key Result 2: Es werden x Kundenverträge geschlossen, deren monatliche Zahlung die Hälfte der Entwicklungskosten eines Monats als Einnahmen generiert.

Wir müssen effizienter werden.

Der Wunsch nach Effizienz kommt aus dem Gedanken der „Optimierung“. Die Unternehmen haben in den letzten Jahrzenten diese Forderung als Maxime ausgerufen. Bei gleichen Kosten sollten mehr Produkte und Services produziert werden. Die Stückkosten sollten fallen.

Die Geschwindigkeit der Veränderung hat sich in manchen Branchen aber massiv erhöht. Für neue Produkte kann der Herstellungsprozess nicht optimiert werden, weil schon das Nachfolge-Produkt entwickelt und produziert werden muss. Die Frage nach der Effizienz tritt in den Hintergrund. Es ist wichtiger das „richtige“ neue Produkt zu entwickeln. Das ist Effektivität.

Das Ziel sollte (je nach Branche) evtl. statt nach Effizienz so formuliert sein:

Objective:

Die Entwicklung neuer Produkte soll sich durch 50% aller Erträge aus Bestandsprodukten tragen.

4 von 10 neuen Produkten tragen die eigenen Entwicklungskosten in 8 Monaten nach Markteinführung selbst.

Diese Objectives auf Bereichs- oder Unternehmensebene können dann auf die unterschiedlichen Produkt-Teams gut verteilt werden. Die einzelnen Ziele und Key-Results werden idealerweise für alle sichtbar kommuniziert. Jedes Team kann so nachvollziehen WARUM seine Ziele so formuliert sind. Die Ableitung aus den Unternehmens-Zielen wird nachvollziehbarer.

Key-Results werden für gewöhnlich schneller angepasst als die Objectives. Jede Organisation sollte sich nicht mehr als 4 oder maximal 5 solcher Objectives geben. Sonst geht der Fokus verloren und das Auftreten von Zielkonflikten wird wahrscheinlicher.

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